Cirque O

Der Spiegel, 17. Juni 1991:
Böser, erotischer Zirkus – Sie wirken wie der verbannte Teil der heiteren Roncalli-Familie. Sie sind nicht minder poetisch, aber böse, bitterböse und dunkel und erotisch und aufregend bis in die Haarspitzen. Wenn sie mit Schwertern jonglieren oder wie Fledermäuse in bizarren Klettergerüsten rotieren, wenn sie sadomasochistische Spiele am Seil treiben oder in absurden Clown Slapsticks übereinander herfallen, wirken die sechs Akteure des „Cirque O“ wie Akrobaten aus den Dunkelkammern des Unterbewusstseins. Vier der Artisten kommen vom „Centre National des Arts du Cirque“, der unter Jack Lang gegründeten französischen Zirkusakademie. Aladin, ein alternativer Zirkusproduzent, hat sie mit den Musikern zusammengebracht und zu diesem Unternehmen inspiriert. Koproduzenten sind die „Fliegenden Bauten“, in deren Zelt das Spektakel aufgeführt wird. Bis Ende Juni gastiert der „Cirque O“ noch auf den Bismarckwiesen in Hamburg.